Ein Landschaftsbild von Amerika.

Projekte in Amerika

Der Doppelkontinent Amerika erstreckt sich von der nördlichen bis zur südlichen Polarregion und beinhaltet nahezu alle Ökozonen der Welt mit einer beeindruckenden Artenvielfalt. So vielfältig wie die Lebensräume sind auch die Probleme mit denen die von uns unterstützten Artenschutzprojekte kämpfen müssen: seien es der Klimawandel, Mensch-Tier-Konflikte, Wilderei, Rohstoffabbau, Abholzung oder Überfischung.

Schutz des Ecuador-Braunkopf-Klammeraffen im Canandé Reservat in Ecuador

Hellabrunn engagiert sich für den Schutz der Ecuador-Braunkopf-Klammeraffen im Canande Reservat im Norden Ecuadors. Dort lebt die größte verbliebene Population der vom Aussterben bedrohten Unterart des Braunkopf-Klammeraffens. Das Reservat steht unter dem Schutz der Stiftung Jocotoco und wird vom Tierpark Hellabrunn unter anderem durch die Finanzierung von zwei Parkrangern unterstützt.

Ein Braunkopfklammeraffe.
Steckbrief zu dem Artenschutzprojekt "Jocotoco"

Bedrohter Biodiversitätshotspot

Die Stiftung Jocotoco hat in Ecuador über 23.000 Hektar Regenwaldfläche in einem landesweiten Netzwerk von 15 Reservaten erworben und unter Schutz gestellt. Sie arbeitet eng mit der ortsansässigen Bevölkerung zusammen, schafft Arbeitsplätze und leistet wichtige Aufklärungsarbeit. Das knapp 10.000 ha große Canandé Reservat liegt im Chocó Tieflandregenwald nordwestlich der ecuadorianischen Anden. Dieser Regenwald ist besonders artenreich und gehört zu den fünf wichtigsten Biodiversitätshotspots weltweit. Gleichzeitig führen Straßen- und Siedlungsbau der wachsenden Bevölkerung in diesem Gebiet zu einer der höchsten Abholzungsraten Südamerikas. Nur noch 2-5 Prozent der ursprünglichen Waldfläche sind erhalten geblieben. Ziel des Canandé Reservats ist die Verbindung der beiden staatlichen Schutzzonen El Pambilar und Cotacachi-Cayapas National Park, um so ein großes, zusammenhängendes Waldgebiet zu schaffen.

Heimat für den Ecuador-Braunkopf-Klammeraffen

Mit einem Bestand von weniger als 500 Tieren zählt der Ecuador-Braunkopf-Klammeraffe zu den bedrohtesten Primaten der Welt. Im Canandé Reservat leben über 250 dieser Affen in Gruppen von bis zu 30 Tieren. Es ist eine der größten bekannten Populationen dieser Unterart. Die täglichen Beobachtungen der Parkranger zeigen, dass sich die Affen erfolgreich fortpflanzen. Genaue Populationszahlen sind noch immer schwierig zu ermitteln, da das Gelände sehr unübersichtlich ist und sich die Klammeraffen tagsüber, in Kleingruppen, weit verteilt aufhalten.

Ein Braunkopfklammeraffe im Schutzreservat.

Forschung im Canandé Reservat

Seit 2021 arbeitet im Canandé Reservat  eine deutsch-ecuadorianische Forschungsgruppe mit Forscher*innen von 14 Universitäten. Ziel, des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG geförderten, Forschungsprojekts ist es die die Resilienz und natürliche Renaturierung des Chocó Regenwaldes zu untersuchen. Als Teil des Forschungsprojekts wird es eine intensive, auf vier Jahre angelegte Studie zur Population der Braunkopf-Klammeraffen im Canandé Reservat geben mit deren Hilfe der Schutz der hochbedrohten Art verbessert werden kann.


Eisbären-Besenderung in der Kanadischen Hudson-Bay

Polar Bears International ist die einzige nicht gewinnorientierte Organisation die ihren Hauptfocus auf Eisbären und deren Lebensraum legt. Seit 2014 unterstützt Hellabrunn das sogenannte "Bear Tracker Programm". Hier werden Eisbären besendert um in der Kanadischen Hudson Bay wichtige wissenschaftliche Daten zu erheben.

Zwei Ehrenamtliche besendern in der kanadischen Hudson Bay einen Eisbären.
Steckbrief zu dem Artenschutzprojekt "Polarbears International"

Weiße Riesen in Gefahr

Der globale Klimawandel stellt für den Eisbären eine tödliche Gefahr dar. In der Arktis ist die Lufttemperatur in den letzten 100 Jahren um durchschnittlich 5° C gestiegen. Dies hat dramatische Auswirkungen: sowohl die Eisausdehnung als auch die Eisdicke sind in den letzten Jahrzehnten massiv zurückgegangen. Das Eis schmilzt im Frühjahr früher und kehrt im Herbst später zurück. Doch Eisbären sind auf das arktische Packeis angewiesen. Nur auf dem Eis können sie ihre bevorzugte Beute, Ringelrobben, jagen. Die Zeit, in der Eisbären auf Robbenjagd gehen und sich ausreichend Fettreserven für die eisfreie Zeit anfressen können, wird jedoch immer kürzer. Damit ist die Lebensgrundlage der Eisbären bedroht.

Ein Halsband für die Wissenschaft

Polar Bears International sammelt mit dem "Bear Tracker Programm" wichtige wissenschaftliche Daten zur Habitatnutzung, Verbreitung, Fortpflanzungsrate und Populationsgröße der Eisbären in der Kanadischen Hudson-Bay. Regelmäßig fangen Wissenschaftler Eisbären, untersuchen sie gründlich unter Betäubung und versehen sie mit Senderhalsbändern. Mit Hilfe der Sender können sämtliche Bewegungen der Bären verfolgt werden. Ein spezieller Sensor erlaubt es den Wissenschaftlern darüber hinaus zu ermitteln, wie viel Zeit die Bären im Wasser verbringen. Dies lässt unter anderem wichtige Rückschlüsse auf die Auswirkungen des Eisrückgangs in der Arktis zu. Besendert werden nur weibliche Eisbären, da bei männlichen Bären mit breiteren Nacken die Halsbänder nicht fest sitzen würden. Die Halsbänder sind sehr leicht gebaut und fallen nach etwa 14 Monaten automatisch ab.

Drei Eisbären in der kanadischen Hudson Bay.

Botschafter für die Arktis

Seit 2017 ist der Tierpark Hellabrunn außerdem "Arctic Ambassador Center", also arktischer Botschafter. Ein Titel, den Zoos und Tierparks bekommen, die sich gemeinsam mit Polar Bears International dem Schutz der Eisbären in der kanadischen Hudson Bay widmen. Gemeinsam übernehmen die Arctic Ambassadors Der die Kosten für das Senderhalsband einer Eisbärin. Derzeit ist das die Bärin "X33872". Sie wurde im November 2021 mit dem Senderhalsband ausgestattet. Zum Zeitpunkt der Besenderung war sie 14 Jahre alt und hatte zwei Jungtiere (männlich und weiblich), die 2021 geboren wurden und ihre Mutter begleiten. Die Wanderung der Bärin "X33872", die im Polar Bear Tracker unter dem Namen "Arctic Ambassador" zu finden ist, sowie anderer besenderter Eisbären kann man über die Bear Tracker Map live nachverfolgen.


Schutz des Humboldtpinguins in Chile und Peru

Der Tierpark Hellabrunn ist Mitglied bei Sphenisco e. V., einem Verein zum Schutz des Humboldt-Pinguins. Der Verein engagiert sich gemeinsam mit lokalen Naturschützern und Wissenschaftlern in Chile und Peru, um die Ausrottung des Humboldt-Pinguins in seinem natürlichen Lebensraum zu verhindern.

Eine Gruppe von Humboldtpinguinen.
Steckbrief zu dem Artenschutzprojekt "Sphenisco"

Umkämpfte Brutgebiete

Als Meeresbewohner leiden Humboldtpinguine unter vielen Faktoren. Klimawandel, Überfischung, Meeresverschmutzung, Guanoabbau und illegaler Fang sind die Hauptursachen für die Gefährdung der südamerikanischen Pinguine, die von der IUCN als gefährdet eingestuft werden. Doch auch die Zerstörung von wichtigen Brutgebieten in Nordchile durch Hafenbauten und andere Großbauten bedroht die Bestände der Humboldtpinguine.

Schutz durch Aufklärung

Der Schwerpunkt der Arbeit von Sphenisco liegt in der Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Seit vielen Jahren unterstützt der Verein lokale Organisationen bei der Aufklärung der Bevölkerung und richtet sich hierbei vor allem an Schulkinder und Fischer. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen und aktiver Lobbyarbeit kämpft Sphensico für die Unterschutzstellung und Überwachung von Brutkolonien, die Errichtung von Meeresschutzzonen mit nachhaltiger Nutzung, die Durchsetzung von Fangverboten mit Kiemennetzen sowie die Verhinderung des Fischens mit Dynamit. Als Gründungsmitglied der „Alianza Humboldt“ ist Sphenisco eng vernetzt mit lokalen und internationalen Partnern, die sich für den Schutz des Humboldtpinguins einsetzen.

Wichtige Grundlagenforschung

Grundlagenforschung zu den aktuellen Bestandszahlen, zum Bruterfolg und der Nahrungssuche der Humboldtpinguine kann eine wichtige Argumentationshilfe für die Einrichtung von Meeresschutzschonen sein. Aus diesem Grund unterstützt Sphenisco Forschungsprojekte chilenischer und peruanischer Wissenschaftler, die über mehrere Jahre Bestandserhebungen in den wichtigsten Brutkolonien der Humboldtpinguine durchführen.

Eine Landschaft in Chile.
Ein asiatischer Elefant.
Spende für den Artenschutz

Eine Comic-Zeichnung von einem Eisbär.
Artenschutz im Alltag