Der 1911 gegründete Tierpark Hellabrunn kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. In den über hundert Jahren seines Bestehens hat sich das einzigartige Naturparadies im Landschaftsschutzgebiet der Isarauen zu einer zoologischen Einrichtung ersten Ranges entwickelt. Erfahren Sie einige wichtige Stationen, die Hellabrunn zu dem gemacht haben, was es heute ist: eine faszinierende Welt der Natur, die mit modernsten zoologischen Anlagen unvergessliche Tierbegegnungen möglich macht.

1905 – Vereinsgründung

Am 25. Februar 1905 gründet sich der Verein „Zoologischer Garten München e.V.“ mit dem Ziel, in München einen neuen Tierpark zu errichten.

1911 – Eröffnung des Tierparks

Der Tierpark Hellabrunn öffnet am 1. August 1911 seine Pforten. Der künstlerische Generalplan für den Tierpark nutzt das Hanggelände mit Nagelfluhfelsen und die vom „Auer Mühlbach“ durchflossene Auenlandschaft, um eine naturnahe Tierhaltung zu ermöglichen.

1914 – Dickhäuterhaus

Das Dickhäuterhaus nach einem Plan des Architekten Emanuel von Seidl kann eröffnen. Das später auch als Warmhaus und inzwischen als Elefantenhaus bezeichnete Gebäude steht noch heute und wurde bis 2016 aufwendig saniert.

Das Elefantenhaus 1932
Warmhaus 1932 im Tierpark Hellabrunn.

1922 – Schließung in der Inflationszeit

In Deutschland herrscht Inflation. Der Tierpark muss wegen Geldmangels vorübergehend schließen.

1925 – Beginn des Wiederaufbaus

Ein Tierparkausschuss innerhalb des „Hilfsbundes der Münchner Einwohnerschaft“ wird gegründet – der Wiederaufbau des Tierparks steht an.

1928 – Wiedereröffnung – erster Geozoo der Welt

Am 23. Mai 1928 erfolgt die Wiedereröffnung als Münchener Tierpark Hellabrunn AG. Der Direktor Heinz Heck greift Ideen von Carl Hagenbeck auf und konzipiert den Tierpark als ersten Geozoo der Welt. Die Tierarten werden nach geographischer Herkunft angeordnet.

1944 – Schließung des Tierparks

Wegen anhaltender Luftangriffe ist der Tierpark gezwungen, seinen Betrieb einzustellen.

Freikäfig für Leoparden
Freikäfig für Leoparden im Tierpark Hellabrunn.

1945 – Neustart nach dem Krieg

Im Zweiten Weltkrieg erleidet der Zoo schwere Bombenschäden, zahlreiche Tiere fallen den Luftangriffen zum Opfer. Trotzdem kann der Tierpark bereits Mitte Mai 1945 wiedereröffnen. Die Provisorien bleiben lange bestehen, für Neubauten fehlt auf Jahre hinaus das Geld.

Waldrestaurant
Waldrestaurant im Tierpark Hellabrunn.

1960 – Millionenspende

Helmut Horten spendet dem Zoo über eine Million Deutsche Mark. Mit Hilfe dieser Finanzierung werden Anlagen für Wildziegen, Wildschafe, ein Wolfsgehege sowie Ausstellungspavillons gebaut.

1972 – Grundlegende Erneuerung

Der Architekt Jörg Gribl arbeitet einen Generalausbauplan zur Erneuerung der Tierparkanlage aus. Schritt für Schritt erfolgt die Erneuerung fast aller Anlagen. So wird bereits seit 1970 die Menschenaffenstation renoviert, zudem entstehen Außenanlagen für Gibbons.

Mähnenrobbenanlage
Mähnenrobben-Anlage 2014 im Tierpark Hellabrunn.

1975 – Polarium

Das neue Polarium mit Anlagen für Moschusochsen bietet Pinguinen, Eisbären und Robben ein neues Zuhause. Ein Kindertierpark und Streichelzoo machen Hellabrunn nicht nur für die Jüngsten attraktiver.

Großvoliere
Großvoliere 2016 im Tierpark Hellabrunn.

1980 – Vogelvoliere

Die neue Großvoliere für Vögel ist bezugsfertig. Ein 18 m hohes, dünnmaschiges und technisch äußerst anspruchsvoll verknüpftes Edelstahlgewebe überspannt eine Fläche von 5.000 m². Auch heute noch setzt die von Jörg Gribl in Zusammenarbeit mit Frei Otto entstandene Großvoliere Maßstäbe für eine nachhaltige zoologische Architektur.

Welt der kleinen Affen
Welt der Affen 2010 im Tierpark Hellabrunn.

1983 – Affenhaus

Nach Plänen von Jörg Gribl wird das Affenhaus, die heutige „Welt der kleinen Affen“, mit einer Anlage für Lemuren, Neuweltaffen und Siamang erweitert.

1990 – Nashornhaus

Die neue Anlage für Panzernashörner und Tapire, das erste Projekt des Architekten Herbert Kochta, wird fertiggestellt.

Außenanlage der Löwen
Löwenanlage bei der Dshungelwelt im Tierpark Hellabrunn.

1995 – Dschungelzelt

Mit dem Dschungelzelt für Raubkatzen erhält der Tierpark einen weiteren Publikumsmagneten. Die zeltartige Dachkonstruktion besteht aus einem Luftkissen mit spezieller Folie.

1997 – Schildkrötenhaus mit Insektarium

Das Schildkrötenhaus mit Insektarium schafft eine neue Attraktion in Hellabrunn.

2001 – Urwaldhaus

Das von Herbert Kochta konzipierte Urwaldhaus feiert Eröffnung. Es bietet Platz für die Hellabrunner Schimpansen, Gorillas, Mississippi-Alligatoren sowie einige Reptil- und Fischarten.

Ein Orang-Utan-Jungtier auf der Außenanlage beim Klettern
Außenanlage der Orang-Utans 2017 im Tierpark Hellabrunn.

2005 – Orang-Utan-Paradies

Das neue Orang-Utan-Paradies mit seinen großzügigen Innen- und Außenanlagen öffnet die Tore für seine Besucher.

Die Ausstellung zu Umweltschutz im Artenschutzzentrum
Eine Artenschutz-Ausstellung im Artenschutzzentrum 2015.

2007  – Artenschutzzentrum

Das Hellabrunner Artenschutzzentrum wird eröffnet. Nach einer Renovierung bietet es seit 2015 eine interessante und lehrreiche Dauerausstellung zum Thema "Biodiversität".

Zwei Eisbären auf ihrer Anlage im Tierpark Hellabrunn
Eisbärenanlage in der Polarwelt 2011.

2010 – Eisbärenanlage

Die neue Eisbärenanlage ist fertiggestellt. Die bis dahin bestehende Anlage vergrößert sich auf 2.800 m². Das bedeutet nahezu eine Vervierfachung der Gesamtfläche. In einem Tauchbecken mit Unterwassereinsicht lassen sich Eisbären beim Schwimmen und Tauchen beobachten.

Mehrere Humboldtpinguine auf ihrer Anlage
Die Humboldtpinguin-Anlage 2018.

2011 – Humboldtpinguin-Anlage

Die Humboldtpinguine ziehen auf die neugestaltete, ehemalige Fischotter-Anlage um. Auf einer Fläche von 350 m², versehen mit Felsenlandschaft und Wasserfall, finden die Tiere perfekte Bedingungen vor.

Der Eingangsbereich zum Giraffenhaus
Giraffensavanne 2014 im Tierpark Hellabrunn.

2013 – Giraffensavanne

Die 10.000 m² große Giraffensavanne mit dem 770 m² großen Giraffenhaus wird feierlich eingeweiht. Von einer zweistöckigen Besucherplattform aus ergeben sich faszinierende Einblicke auf die afrikanische Savannenlandschaft mit ihren majestätischen Tieren.

Die Außenanlage der Gorillas im Sommer
Außenanlage Schimpansen und Gorillas im Tierpark Hellabrunn.

2015 – Menschenaffen-Anlagen

Die komplett umgebauten Außenanlagen mit Naturkletterbäumen, Bachlauf und Felsen werden eröffnet. Auch die Innengehege im Urwaldhaus wurden neu gestaltet.

Zwei Elefanten stehen nebeneinander vor dem Elefantenhaus
Elefantenhaus mit zwei Elefanten davor.

2016 – Elefantenhaus

Das komplett umgebaute Elefantenhaus wird wiedereröffnet.

Zwei Mähnenrobben sitzen auf einem Felsen im Wasser
Mähnenrobben-Anlage 2017 im Tierpark Hellabrunn.

2017 – Polarwelt

Mit der Fertigstellung der neuen Anlagen für Mähnenrobben, Polarfüchsen, Schneehasen sowie Schneeeulen ist die Umgestaltung der Polarwelt abgeschlossen und ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Umsetzung des Hellabrunner Masterplans.

Das Fischbruthaus im Mühlendorf
Fischbruthaus im Mühlendorf.

2018 – Hellabrunner Mühlendorf

Am 27. Juli 2018 wird der erste Bauabschnitt des Hellabrunner Mühlendorfes feierlich eröffnet. Mit dem neuen Mühlendorf – als Herzstück der künftigen Geozone Europa – erhält Hellabrunn einen ganz neuen Parkteil, in dessen Fokus die heimische Biodiversität mit ursprünglichen und vom Aussterben bedrohten Haustierrassen steht. Spannende und edukative Spiel- und Lernstationen laden dazu ein, die Entwicklung vom Wild- zum Haustier nachzuvollziehen.

Zwei Ziegen in ihrere Anlage vor der Tierparkschule
Tierparkschule im Mühlendorf bei der Eröffnung.

2019 – Tierparkschule

Am 19. Juli 2019 wird die neue Tierparkschule und mit ihr der zweite Bauabschnitt des Hellabrunner Mühlendorfs fertiggestellt. Die neue Tierparkschule ist ein außerschulischer Lernort, an dem Münchner Schülerinnen und Schüler vielfältige Erfahrungen mit der Biodiversität machen können. Neben der Tierparkschule vervollständigen neue Anlagen für Dahomey-Zwergrinder, Damara- und Girgentanaziegen das Mühlendorf. Die Edukation wurde um die Themen „Insekten und heimische Biodiversität“ sowie um Wissenswertes zu Wild- und Honigbienen ergänzt.