Ein Panoramabild von einer asiatischen Landschaft.

Projekte in Asien

Asien, der größte aller Kontinente, bietet vom ewigen Eis über große Wälder bis hin zu riesigen Gebirgen unterschiedlichste Lebensräume - entsprechend vielfältig ist die Flora und Fauna. Auf dem am dichtesten besiedelten Kontinent leidet die Artenvielfalt vor allem unter Lebensraumzerstörung, Wilderei und illegalem Artenhandel.

Naturschutz und Wiederauswilderung im Bukit Tiga Puluh Nationalpark

Auf Sumatra unterstützt der Tierpark Hellabrunn ein Projekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF). Das Gebiet um Bukit Tiga Puluh im Zentrum Sumatras hat die größten zusammenhängenden Tieflandregenwälder auf Sumatra und bildet ein einzigartiges Ökosystem. In dem 1995 gegründeten Nationalpark sind alle Großsäugerarten Sumatras vertreten: Sumatra-Elefanten, Sumatra-Tiger, malaysische Tapire und die Sumatra-Orang-Utans.

Ein Elefant in Bukit Tiga Puluh.
Steckbrief zu dem Artenschutzprojekt "Zoologische Gesellschaft Frankfurt"

Gemeinsam für den Naturschutz

Kern des Projekts ist der Schutz der Tieflandregenwälder in Bukit Tiga Puluh vor Brandrodung und Abholzung für die Umwandlung in Ölpalm- und Akazienplantagen. Mit der Auswilderung von Sumatra-Orang-Utans im Nationalpark soll eine überlebensfähige Rettungsboot-Population für die wildlebenden Orang-Utan-Bestände im Norden der Insel aufgebaut werden. Initiativen zur Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft, Beratungsangebote zur Konfliktvermeidung mit Wildtieren und Umweltbildungsprojekte für Schulklassen beziehen die lokale Bevölkerung mit ein und sensibilisieren sie für den Wert dieses einzigartigen Ökosystems.

Von der Dschungelschule in die Wildnis

In der „Dschungelschule“ lernen beschlagnahmte oder verwaiste Orang-Utans alles was sie für ihr Leben im Wald wissen müssen – vom Klettern in Bäumen, über die richtigen Futterpflanzen, bis hin zum Nestbau. Nach rund zwei Jahren werden sie zur Auswilderungsstation gebracht, wo sie in den angrenzenden Nationalpark entlassen werden. Bis die Orang-Utans sich komplett an das Leben im Dschungel gewöhnt haben und selbstständig zurechtkommen, werden sie noch einige Zeit beobachtet. Mehr als 175 Orang-Utans konnten so bereits ausgewildert werden und den Nationalpark als neuen Lebensraum erobern. Erste Freilandgeburten lassen auf eine gute Etablierung der neuen Orang-Utan-Population hoffen.

Zwei Orang-Utan-Jungtiere.

Leben mit den grauen Riesen

Die Unterart des Sumatra-Elefanten gilt als vom Aussterben bedroht. Weniger als 2.000 wildlebende Sumatra-Elefanten leben auf der indonesischen Insel in voneinander isolierten Populationen. Aufgrund des schwindenden Lebensraums dringen die Elefanten immer häufiger in menschliche Siedlungen und Felder ein. Mithilfe eines Anti-Konflikt-Teams beobachtet die ZGF die Elefantenpopulation in Bukit Tigapuluh und versucht Konflikten zwischen Mensch und Elefant vorzubeugen. Das Team berät die umliegenden Gemeinden zum Umgang mit wilden Elefanten und wirkungsvollen Abwehrmaßnahmen. In spielerischen Unterrichtseinheiten lernen Kinder mehr über Elefanten und andere Wildtiere und die Bedeutung des Regenwalds.


Grundlagenforschung und Vernetzung zum Schutz des Manuls

Hellabrunn ist einer der Hauptpartner im Projekt „Pallas’s cat International Conservation Alliance“ (PICA), mit dessen Hilfe das heimliche Leben der Manule, auch Pallaskatzen genannt, in ihrem natürlichen Lebensraum erforscht und die Tierart weltweit bekannt gemacht werden soll.

Ein Manul.
Steckbrief zu dem Artenschutzprojekt "Pica"

Heimlicher Bergbewohner

Nur wenig ist über das Leben des Manuls, einer Kleinkatze aus den felsigen Gebirgssteppen Zentralasien bekannt. Genaue Bestandszahlen sind schwierig zu ermitteln, da der scheue Manul nur schwer zu beobachten ist. Eines der Hauptziele von PICA ist daher, die Grundlagenforschung zu dieser Art auszuweiten. Die Organisation unterstützt daher verschiedene Feldprojekte in Nepal, der Mongolei, Kasachstan, Usbekistan, Kirgistan, Bhutan, Pakistan und dem Iran.

Moderne Technik und Befragungen

Beim Bestandsmonitoring setzen die von PICA geförderten Forschungsprojekte vor allem auf zwei Methoden. Um die Wirksamkeit von Kamerafallen zu verbessern, testet das Team von PICA an mehreren Standorten olfaktorische und auditive Reize, die Manule zu den Standorten der Wildkameras locken sollen. Die umfangreiche Befragung von lokalen Hirten ist eine andere Methode, um das Verbreitungsgebiet der Manule besser umreißen zu können.

Gemeinsam für den Manul

In die Organisation sind gleichermaßen Feldforscher in Asien wie auch Experten aus verschiedenen europäischen Zoos und Institutionen eingebunden. Alle Partner eint das Ziel eine gemeinsame Schutzstrategie für den Manul zu entwickeln und diese auf nationaler und internationaler Ebene anzuwenden.