Seit seiner Geburt begeistert der kleine Bulle die Herzen zahlreicher Besucher und ist auch über die Grenzen Münchens hinweg bekannt. Das Jungtier hat sich im vergangenen Jahr prächtig entwickelt. Ob Milchzähne testen, Schlammbäder nehmen oder Lernen von den Großen – Otto wird es nie langweilig. Hellabrunn feiert diesen Geburtstag erneut mit ein paar ganz besonderen Specials: Am Eingangsportal des Elefantenhauses wird ein Happy-Birthday-Plakat als Fotopoint für Gratulanten aufgehängt, es gibt einen Extra-Talk mit seinen Pflegern und in der morgigen Podcast-Folge wird zusammen mit allen Pflegern ein Blick hinter die Otto-Kulissen geworfen.

Von 100 auf 950 Kilo in zwei Jahren: Otto wächst und testet spielerisch seine Grenzen

Bei der Erziehung von kleinen Elefanten hilft die ganze Herde mit. So auch im Tierpark Hellabrunn, denn neben Mama Temi, haben auch die Tanten immer ein Auge auf den kleinen Bullen. Aus gutem Grund: Auf den weitläufigen Außenanlagen und im Elefantenhaus ist nichts vor dem kleinen Kraftpaket sicher. Alles wird neugierig untersucht und bespielt. Tierpfleger und Tierärzte verfolgen sein Heranwachsen genau und sind mit seiner Entwicklung sehr zufrieden. So hat das Jungtier viel gelernt, was besonders für das tägliche, medizinische Training sehr wichtig ist. Die Kommandos um Fuß oder Rüssel zu heben, klappen schon sehr gut. Auch das Stillstehen gelingt immer besser.

Daniel Materna, Teamleiter der Elefanten-Pfleger, kennt seinen Schützling genau und konnte im vergangenen Jahr viele Entwicklungsschritte beobachten: „Aus dem kleinen Kalb mit knapp 100 Kilo Geburtsgewicht, ist ein neugieriger Bulle von ca. 950 Kilo geworden. So langsam setzt aber seine Flegelzeit ein. Da werden schon mal die Tanten oder der Papa mit den kurzen Stoßzähnen gepikst. Wir sehen jeden Tag, wie er seine Kletterkünste auf den Felsen ausbaut, seinen Rüssel für Sand- oder Wasserbäder nutzten kann und mit seiner Kraft den mittlerweile schon zweiten und sehr schweren Traktor-Reifen in ein leichtes Spielzeug verwandelt“, so Materna weiter zur Entwicklung des kleinen Elefanten.

30 bis 40 Kilo Futter pro Tag und überall lieb Kind

Auch bei Tierparkdirektor und Vorstand Rasem Baban ist der 11.11. fett im Kalender gekennzeichnet: „Wir hatten auch in seinem zweiten Lebensjahr viel Freude dabei zuzusehen, wie gut sich unser Jungbulle entwickelt. Seit seiner Geburt wurde er behutsam und umsichtig an seine Umgebung und alle Familienmitglieder gewöhnt. Jetzt gibt er gerne mal den Ton in der Elefantenherde an“, so Baban weiter. „Wir freuen uns besonders, dass das Zusammenleben zwischen Otto und seinem Vater Gajendra so ausgezeichnet funktioniert. Unser erwachsener Bulle ist wirklich sehr geduldig mit dem Sohnemann und wir beobachten, wie viel er nicht nur von Mama und den Tanten, sondern auch von seinem Papa lernt. Unser ganz besonderer Dank gilt natürlich allen Tierpflegern im Hellabrunner Elefantenhaus, die mit Engagement und Geduld Ottos Aufwachsen begleiten“, sagt Baban abschließend.

Der Tierpark Hellabrunn leistet mit der Zucht der Asiatischen Elefanten einen wichtigen Beitrag zum Europäischen Erhaltungszuchtprogramm. Der Herde in München kommt zudem eine wichtige Botschafterrolle für das Bukit Tigapuluh Landschaftsschutzprogramm zu, welches von Hellabrunn regelmäßig unterstützt wird. Dieses liegt im Zentrum Sumatras und bewahrt als eines der größten zusammenhängenden Tieflandregenwälder der Insel den Lebensraum von Orang-Utans, Elefanten und vielen anderen Arten.

Elefant Otto mit seiner Mutter Temi auf der Außenanlage.