
Der LBV München (Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.) engagiert sich im Arten- und Biotopschutz im Großraum München. Dabei steht nicht nur der unmittelbare Schutz von Tierarten im Vordergrund: Der Verband hat sich zur Aufgabe gemacht, Begeisterung zu wecken und engagiert sich auch in der Umweltbildung. Hellabrunn unterstützt den LBV München regelmäßig finanziell beim Flächenschutz in der Allacher Heide.


Schutz der Biodiversität am Stadtrand
Mitten in München, ganz in der Nähe des Rangierbahnhofs, liegt ein bedeutender Hotspot der Biodiversität in München: die Allacher Heide. Als kleiner Rest eines ursprünglich viel größeren Heidekomplexes im Münchner Norden bietet sie auch heute noch typischen Heidearten ein Refugium. Hier pflegt der LBV bereits seit 2004 die Offenlandbereiche nach einem an die Bedürfnisse der Tiere und Pflanzen angepassten Konzept mit der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher Ehrenamtlichen aus München.
Wie schützt bzw. pflegt man eine Heidefläche?
Das ist keine einfach zu beantwortende Frage. Lässt man eine Heide komplett wild, verholzt sie mit der Zeit. Früher haben große Weidegänger, wie Auerochse oder Wisent, und später Nutztiere wie Schafe und Ziegen Heideflächen frei gehalten. Heute macht das in der Allacher Heide der LBV. Hierbei ist eine Mischung aus Pflege und „wild-lassen“ wichtig. So werden zum Beispiel bestimmte Flächen gemäht, um eine Streufilzauflage (Geflecht aus abgestorben Gräsern und Blumen, die das Heranwachsen neuer Pflanzen hindert) zu vermeiden. Oder aber es werden Fremdarten wie zum Beispiel das Orientalische Zackenschötchen (Bunias orientalis), ein starker Konkurrent für viele andere Arten, dem Ökosystem entnommen.
Besondere und seltene Arten
Die Fläche wird regelmäßig von Expert*innen kartiert, das bedeutet jeder Quadratmeter wird alle 2-3 Jahre genau auf das Artenvorkommen untersucht. Dadurch kann der LBV feststellen, ob die Pflegemaßnahmen förderlich sind, oder noch an Stellen optimiert werden sollten. So wird zum Beispiel regelmäßig die Blauflügel Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) gefunden, eine in Bayer stark gefährdete Heuschreckenart. Der Idas-Bläuling (Plebejus idas) eine weiter in Bayern stark gefährdete Art, kommt ebenfalls in der Allacher Heide vor. So kommen in der Allacher Heide eine Vielzahl an Kleearten und für die Schmetterlinge überlebenswichtige Ameisen vor.

