
Hellabrunn engagiert sich für den Schutz der Ecuador-Braunkopf-Klammeraffen im Canande Reservat im Norden Ecuadors. Dort lebt die größte verbliebene Population der vom Aussterben bedrohten Unterart des Braunkopf-Klammeraffens. Das Reservat steht unter dem Schutz der Stiftung Jocotoco und wird vom Tierpark Hellabrunn unter anderem durch die Finanzierung von fünf Parkrangern unterstützt.

Bedrohter Biodiversitätshotspot

Die Stiftung Jocotoco hat in Ecuador über 42.000 Hektar Regenwaldfläche in einem landesweiten Netzwerk von 15 Reservaten erworben und unter Schutz gestellt. Sie arbeitet eng mit der ortsansässigen Bevölkerung zusammen, schafft Arbeitsplätze und leistet wichtige Aufklärungsarbeit. Das knapp 19.000 ha große Canandé-Reservat liegt im Chocó, einer Tieflandregenwaldregion westlich der ecuadorianischen Anden. Dieser Regenwald ist besonders artenreich und gehört zu den fünf wichtigsten Biodiversitätshotspots weltweit. Gleichzeitig führen Straßen- und Siedlungsbau der wachsenden Bevölkerung in diesem Gebiet zu einer der höchsten Abholzungsraten Südamerikas. Nur noch 2-5 Prozent der ursprünglichen Waldfläche sind erhalten geblieben. Ziel des Canandé-Reservats ist die Verbindung der beiden staatlichen Schutzzonen El Pambilar und Cotacachi-Cayapas National Park, um so ein großes, zusammenhängendes Waldgebiet zu schaffen.
Heimat für den Ecuador-Braunkopf-Klammeraffen
Mit einem Bestand von weniger ca. 850 Tieren zählt der Ecuador-Braunkopf-Klammeraffe zu den bedrohtesten Primaten der Welt. Im Canandé-Reservat konnten bei Synchronzählungen mehr als die Hälfte des Gesamtbestands nachgewiesen werden. Es ist somit die größte bekannten Population dieser Unterart. Die täglichen Patrouillen der Parkranger konnten die Jagd auf Klammeraffen im Projektgebiet unterbinden, und Aufforstungen sorgen für einen zusammenhängenden Lebensraum, sodass sich der Bestand langsam wieder erholt.

Forschung im Canandé Reservat
Seit 2021 arbeitet im Canandé Reservat eine deutsch-ecuadorianische Forschungsgruppe mit Forscher*innen von 14 Universitäten. Ziel des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG geförderten Forschungsprojekts ist es die die Resilienz und natürliche Renaturierung des Chocó-Regenwaldes zu untersuchen. Bisherige Ergebnisse zeigen, dass Aufforstungsprojekte innerhalb weniger Jahrzehnte artenreiche Lebensräume entstehen lassen, wenn diese von benachbarten erhaltenen Waldgebieten aus besiedelt werden können.
