
Harlekinkröten sind kleine, meist bunte und tagaktive Amphibien. Ihre Hautgifte schützen sie vor Fressfeinden. Schutzlos ausgeliefert waren Harlekinkröten jedoch einer seuchenhaften Krankheit, die vor mehreren Jahrzehnten nach Südamerika verschleppt wurde, dem sogenannten Chytridpilz. Seitdem sind viele Arten von Harlekinkröten ausgestorben oder verschollen. So stand es auch um die beiden Arten „Atelopus coynei“ und „Atelopus lynchi“, die erst vor wenigen Jahren im Norden Ecuadors wiederentdeckt wurden.

In Valle Chinambí, einem kleinen Andental, bewohnen diese beiden Arten von Harlekinkröten die Regenwälder entlang von fünf kleinen Flüssen. Ob diese Arten außerhalb dieses Tals überlebt haben, ist aktuell noch nicht geklärt. Zur Eiablage benötigen diese besonderen Amphibien saubere Bergbäche. Durch menschliche Aktivitäten wie Bergbau, Rodung zur Gewinnung landwirtschaftlicher Flächen und Erosion werden Gewässer verschmutzt und ihre Lebensräume zerstört. Deshalb schützt der Tierpark Hellabrunn zusammen mit dem Centro Jambatu aus Ecuador und der Habitats Foundation die letzten Individuen dieser fast ausgestorbenen Tierarten.
Seit 2024 werden mit wissenschaftlichen Methoden Gewässer auf Spuren der DNA von Harlekinkröten untersucht. Ergab die DNA-Spurensuche einen Treffer, wurde ein intensives Monitoring durchgeführt, um festzustellen ob und wie viele Harlekinkröten vorkommen. Alle Vorkommen liegen in landwirtschaftlich genutzten Flächen. Zusammen mit den Landwirten wurden Pläne entwickelt, wie die Lebensräume erhalten werden können. Im nächsten Schritt sollen die wichtigsten Flächen dauerhaft gesichert und renaturiert werden. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden werden im Projektgebiet Bildungsprogramme durchgeführt, die auf großes Interesse und Begeisterung stoßen. So wird dort mittlerweile jährlich ein großes Amphibienfestival gefeiert.


