Der Münchner Tierpark hat eine neue Tierart: Ein männlicher Baird-Tapir, auch Mittelamerikanischer Tapir genannt, ist am vergangenen Dienstag in das Hellabrunner Nashornhaus eingezogen und wird aktuell an seine neue Umgebung gewöhnt. Die Anlage wurde dafür im Innen- und Außenbereich neugestaltet und bietet künftig Platz für ein Tapir-Paar. Für Besucherinnen und Besucher wird der charismatische Neuzugang voraussichtlich ab Freitag sukzessive zu sehen sein, abhängig vom Verlauf der Eingewöhnung.  

Baird-Tapire gehören zu den größten Säugetieren Mittelamerikas. Die Tiere können mehr als 300 Kilogramm wiegen. Ihr Fell ist graubraun, zu erkennen sind sie an den weißen Ohrenspitzen. Sie leben in Wäldern, Feuchtgebieten und anderen naturnahen Lebensräumen und ernähren sich vor allem von Blättern, Trieben, Früchten und Wasserpflanzen.

Zunächst ist ein männlicher Mittelamerikanischer Tapir in Hellabrunn eingezogen. Perspektivisch soll ein Weibchen aus Amerika nach München kommen. Die Haltung dieser Tapir-Art ist in Europa bislang sehr selten. Neben Hellabrunn ist sie aktuell nur im Zoo Cottbus zu sehen. Die EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) baut derzeit ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) auf, das die Haltung und Zucht der Art innerhalb der europäischen Zoos koordinieren soll.

„Wir freuen uns sehr, mit dem Mittelamerikanischen Tapir eine neue Tierart in Hellabrunn begrüßen zu können. Die neue Tapir-Anlage ermöglicht es uns, das Nashornhaus im Sinne des Hellabrunner Masterplans weiterzuentwickeln und den Bereich künftig stärker auf die Geozone Amerika auszurichten. Gleichzeitig zieht mit dem Mittelamerikanischen Tapir eine weitere bedrohte Tierart in Hellabrunn ein. Perspektivisch möchten wir mit der Haltung der Art auch das EEP mit Nachzuchten unterstützen“, so die zuständige Kuratorin Lena Bockreiß.

Mit der neuen Haltung möchte Hellabrunn auch auf die Bedrohung der Mittelamerikanischen Tapire und ihrer natürlichen Lebensräume aufmerksam machen: Der Mittelamerikanische Tapir wird von der Weltnaturschutzunion IUCN als stark gefährdet eingestuft. Die Gesamtpopulation in Mittelamerika wird auf weniger als 5.500 Tiere geschätzt. Besonders der Verlust und die Zerschneidung ihrer Lebensräume bedrohen die Art. Schutzprojekte, etwa die Überwachung wild lebender Populationen und Forschungsprojekte in Nationalparks, sollen zu ihrem Erhalt beitragen.

Auch Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende Verena Dietl zeigt sich begeistert vom Neuzugang: „Tapire gehören wirklich zu meinen Lieblingstieren. Deshalb freue ich mich persönlich sehr, dass wir diese besondere und zugleich stark gefährdete Tierart künftig in München zeigen und unseren Besucherinnen und Besuchern näherbringen können.“

Wie alle Tiere in Hellabrunn hat auch der Tapir jederzeit die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Insbesondere während der Eingewöhnungszeit kann es daher sein, dass er nicht immer für die Besucherinnen und Besucher zu sehen ist.

  • Der Mittelamerikanische Tapir 'Mattheo' im Jahr 2025 als Jungtier im Zoo Cottbus
    Der Mittelamerikanische Tapir 'Mattheo' im Jahr 2025 als Jungtier im Zoo Cottbus
  • Der Mittelamerikanische Tapir 'Mattheo' in seiner Innenanlage im Münchner Tierpark Hellabrunn
    Der Mittelamerikanische Tapir 'Mattheo' in seiner Innenanlage im Münchner Tierpark Hellabrunn
  • Der Mittelamerikanische Tapir 'Mattheo' in seiner Innenanlage im Münchner Tierpark Hellabrunn
    Der Mittelamerikanische Tapir 'Mattheo' in seiner Innenanlage im Münchner Tierpark Hellabrunn
  • Der Mittelamerikanische Tapir 'Mattheo' in seiner Innenanlage im Münchner Tierpark Hellabrunn
    Der Mittelamerikanische Tapir 'Mattheo' in seiner Innenanlage im Münchner Tierpark Hellabrunn