
Nachdem im Herbst 2024 ein neuer Zuchtbulle in die Gruppe integriert wurde, zeigt sich nun, dass die Eingewöhnung erfolgreich verlaufen ist. Das kleine Takin-Jungtier erkundet bereits munter die Anlage. Der Zuchterfolg ist besonders erfreulich, da der Tierpark Hellabrunn am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für diese gefährdete Tierart beteiligt ist. Ziel des Programms ist es, stabile Reservepopulationen in zoologischen Einrichtungen aufzubauen und so einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Erhalt der Art zu leisten.
Takine zählen zu den unbekanntesten Huftieren der Erde. Ihr massiger Körperbau erinnert an ein Rind, zugleich weisen sie Merkmale von Ziegen auf. Mit dieser außergewöhnlichen Kombination sind sie bestens an die rauen klimatischen Bedingungen ihres natürlichen Lebensraums angepasst. Mishmi-Takine kommen ausschließlich in den abgelegenen Mishmi-Bergen im Dreiländereck von Indien, China, Bhutan und Myanmar vor. Sie sind ausgezeichnete Kletterer und erklimmen dort felsige Bergwälder.
In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet gelten Mishmi-Takine laut Internationaler Naturschutzunion (IUCN) als gefährdet. Hauptbedrohungen sind der fortschreitende Verlust ihres Lebensraums durch Abholzung und Infrastrukturmaßnahmen sowie die illegale Bejagung. Aufgrund ihrer versteckten Lebensweise und der schwer zugänglichen Regionen, in denen sie leben, ist über die Bestandszahlen nur wenig bekannt.
Mit dem aktuellen Nachwuchs leistet der Tierpark Hellabrunn einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieser außergewöhnlichen und seltenen Tierart – und bietet seinen Besucherinnen und Besuchern pünktlich zum Frühlingsbeginn einen ganz besonderen Einblick in die erfolgreiche Artenschutzarbeit. Derzeit leben in Hellabrunn neben dem Bullen noch zwei weibliche Takine, weiterer Nachwuchs ist also nicht ausgeschlossen.