Tierbeschäftigung mit kleinen Herausforderungen und der Animation zum Spiel gehört mit zu den Schwerpunkten der täglichen Tierpflege. Beschäftigungsprogramme fördern die abwechslungs- reiche Tagesgestaltung. Alle Jahre wieder zu Halloween und dank des Engagements der Hellabrunner Tierpflege beim Kürbisschnitzen zeigt sich: Jede Tierart hat ihre ganz eigene Methode, sich ihren Überraschungen zu nähern und sie zu nutzen.

Als echte Profis in der Eroberung der Kürbisse erwiesen sich die Erdmännchen. Der komische orange-rote Ball wurde sofort von allen vier in Augenschein genommen und die enthaltenen Mehlwürmer umgehend ausfindig gemacht. Das Engagement der possierlichen Tiere wurde schnell zur gekonnten Akrobatik, bei der eines der Erdmännchen mitsamt dem Kürbis vom Stein herunter und quer durch die Anlage purzelte. Ungefährliche Action für die Tiere - ein Riesenspaß für die Besucher beim Zuschauen.

Eher gemütlich nahmen die Stachelschweine ihre Überraschung in Augenschein. Neben den zwei Kürbissen gab es mit reichlich Gemüse und Brezn ein großes Buffet. Während man noch überlegte, was es damit auf sich hat, waren die heimischen Krähen sehr viel flinker und mopsten sich das nagetier-freundliche Naschwerk – da half auch ein aufgestelltes Stachelkleid nichts. Nach einigem kulinarischen Locken wurde aus dem zaghaften Abwarten eine genüssliche Knabberei.

Der lebhaften Wolfs-WG waren die drei Kürbisse ganz und gar nicht geheuer. Obwohl verlockend riechend eingerieben und mit ein paar Leckereien gefüllt, blieben die Wölfe auf Distanz. Die Spuren der Tierpfleger waren erstmal deutlich interessanter und so schlichen die Jungwölfe auch noch ein paar Stunden nach der Aufstellung um die Kürbisse herum. Scheinbar sind die Hellabrunner ‚Isegrimms‘ keine Halloween-Fans.

Mit großem Engagement und Neugier kamen alle Tiere der Südamerika-Anlage zusammen und fingen sofort an, die schaurigen Köstlichkeiten kauend zu inspizieren. Die Wasserschweine, Pampashasen sowie die Nandus ließen sich die Kürbisse sichtlich und gut hörbar schmecken. Kurz nach dem gemeinschaftlichen Gelage waren nur noch ein paar farbenfrohe Stücke in der Anlage zu sehen, an denen die Vikunjas knabberten. Nur die Ameisenbärin hielt sich bei dieser eher festen Kost zurück und blieb in ihrer gemütlichen Innenanlage.

Hat da jemand Kürbis gesagt? Die Hellabrunner Elefantendamen lieferten sich ein richtiges Wettrennen auf dem Weg zu den kugeligen Leckerbissen. Während Temi einen Kürbis direkt im Maul aufbiss, hatte Otto, ganz Heranwachsender, trötend Spaß daran, seinen Kürbis zu zertrampeln und dann die Einzelteile mit Fuß und Rüssel in der Anlage und zwischen seinen Tanten und der Mama zu verteilen. Guten Appetit!

Hinweis: Auch wenn es an Halloween heißt „Süßes oder Saures“: In Hellabrunn werden die tierischen Bewohner nur und ausschließlich durch die Tierpflege gefüttert! Es ist für Tierparkgäste streng verboten, jedwede vermeintliche ‚Leckerei‘ über die Anlageneinzäunung zu werfen, da den Tieren erheblicher gesundheitlicher Schaden zugefügt werden kann.