Besonders hervorzuheben: Neben Hellabrunn gibt es in ganz Bayern lediglich zwei weitere Tierärzte mit dieser Zertifizierung – ein starkes Zeichen für die besondere Expertise und Qualität unserer Arbeit.

Die neue Rolle stärkt nicht nur die tiermedizinische Weiterbildung, sondern unterstreicht auch die zentrale Bedeutung unserer Arbeit in den Bereichen:

  • Erforschung von Wildtierkrankheiten
     
  • Wissenschaftlich fundierter Artenschutz
     
  • Vernetzung von Praxis, Forschung und Lehre

Wertvolle Datensammlung

Zum Grundverständnis wissenschaftlich arbeitender Zoos gehört das kontinuierliche Sammeln von Daten über ihren Tierbestand. In Hellabrunn werden alle Tiere in der Online-Datenbank ZIMS (Zoological Information Management System) erfasst – mit dieser weltgrößten Wildtier-Datenbank arbeiten zoologische Gärten rund um den Globus. ZIMS beinhaltet einen gigantischen Datensatz aus dem bereits wichtige Informationen für den Erhalt gefährdeter Tierarten gewonnen werden können, etwa zu Geschlechtsreife, Anzahl der Jungtiere oder der Lebenserwartung. Verwaltet und wissenschaftlich ausgewertet werden diese Daten durch die Organisation Species360.

Genetische und demografische Untersuchungen von Populationen – sowohl in Zoos als auch im natürlichen Lebensraum – sind ebenfalls wichtige Methoden, um etwa neue Zuchtpaare bestmöglich zusammenzustellen oder besonders geeignete Tiere für Auswilderungsprojekte auszuwählen.

Verbindung von Ex-situ und In-situ-Projekten

In zoologischen Gärten gewonnene Erkenntnisse können wesentlich zum Schutz gefährdeter Arten in ihren natürlichen Lebensräumen beitragen. Mithilfe von Zootieren können neue Techniken und Erfassungsmethoden erprobt und verbessert werden, wie zum Beispiel Telemetriesender oder Kamerafallen, bevor diese in der Natur zum Einsatz kommen. Es können verschiedenste Proben, zum Beispiel Gewebeproben oder genetische Proben, gesammelt und für Analysen genutzt werden. Viele solcher Forschungsarbeiten sind nur in zoologischen Gärten überhaupt realisierbar.