Der Tierpark Hellabrunn hat sich erneut erfolgreich an der Auswilderung von Alpensteinböcken beteiligt. Gemeinsam mit dem Zoo Salzburg, der Wilhelma Stuttgart und dem Zoo Ljubljana wurden in der vergangenen Woche insgesamt zehn Tiere im österreichischen Sölktal ausgewildert. Ziel des internationalen Artenschutzprojekts ist es, drei bislang voneinander getrennte Populationen miteinander zu verbinden und ihre genetische Vielfalt langfristig zu stärken.

Für Hellabrunn nahm eine junge Steinbockgeiß an der Auswilderung teil. Gemeinsam mit den Tieren der anderen beteiligten Zoos wurde sie in den frühen Morgenstunden an den Auswilderungsort gebracht. Bereits wenige Augenblicke nach dem Öffnen der Transportboxen verschwanden die Tiere zwischen den Felsen und Geröllfeldern der steilen Berghänge und erkundeten ihre neue Umgebung.

„Eine Auswilderung ist für uns als wissenschaftlich geführter Zoo der Moment, in dem Artenschutz unmittelbar sichtbar wird. Durch die Nachzucht unserer Tiere können wir wildlebende Populationen gezielt unterstützen und so zum langfristigen Erhalt einer Art beitragen“, sagt Tierparkdirektor Rasem Baban.

Die Auswilderung ist Teil eines langfristigen Wiederansiedlungsprojekts in den Alpen. Das Auswilderungsgebiet im Sölktal wurde im Vorfeld sorgfältig ausgewählt und bietet gute Voraussetzungen für den Aufbau einer stabilen Population. Die neu ausgewilderten Tiere sollen bestehende Bestände genetisch ergänzen und langfristig miteinander vernetzen. Mithilfe ihrer Ohrmarken können sie auch künftig identifiziert und bei Sichtungen dokumentiert werden.

Der Alpensteinbock galt Mitte des 19. Jahrhunderts in den Alpen nahezu als ausgerottet. Lediglich eine kleine Restpopulation im italienischen Gran-Paradiso-Gebiet überlebte. Dank konsequenter Schutzmaßnahmen und zahlreicher Wiederansiedlungsprojekte konnten sich die Bestände in den vergangenen Jahrzehnten erholen. Hellabrunn beteiligt sich bereits zum vierten Mal an einer Auswilderung dieser Art und leistet damit gemeinsam mit seinen internationalen Partnern einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Alpensteinbockpopulation.

Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende Verena Dietl dazu: „Die Rückkehr des Alpensteinbocks in den Alpen ist eine echte Erfolgsgeschichte des Artenschutzes. Umso mehr freut es mich, dass der Tierpark Hellabrunn mit seinem langjährigen Engagement und seinen Tieren zu dieser positiven Entwicklung beiträgt.“

Aktuell leben neun Alpensteinböcke im Tierpark Hellabrunn, darunter ein einjähriger Bock sowie zwei Jungtiere aus diesem Jahr. Die Planungen für eine weitere Auswilderung im kommenden Jahr laufen bereits. Durch die gezielte Auswilderung in unterschiedlichen Regionen der Alpen wird der Bestand der Alpensteinböcke langfristig gesichert und die genetische Vielfalt der Populationen gestärkt.

  • Wiederansiedlung von Alpensteinböcken in Österreich
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