
Das gemeinsame Projekt „Großer Panda“ vereint Artenschutz, Tierwohl, globalen Schutz der Biodiversität und internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit – die Eröffnung ist für 2028 geplant. Der Tierpark Hellabrunn startet gemeinsam mit dem Freistaat Bayern und der Landeshauptstadt München ein wegweisendes Neubauprojekt: die Errichtung einer hochmodernen Panda-Anlage für die bedrohte Tierart Großer Panda. Bei der Unterzeichnungszeremonie am heutigen Mittwochvormittag im Hellabrunner Elefantenhaus verkündeten der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder, der außerordentliche und bevollmächtigte chinesische Botschafter in Deutschland, S.E. Deng Hongbo, Münchens Bürgermeisterin und Hellabrunns Aufsichtsratsvorsitzende Verena Dietl, Hellabrunns Tierparkdirektor Dr. h.c. Rasem Baban sowie die chinesische Generalsekretärin der China Wildlife Conservation Association, Frau An Lidan den offiziellen Projektstart und unterstrichen die internationale Bedeutung dieses Artenschutzvorhabens.
Geplant ist der Neubau einer rund 5.000 Quadratmeter großen Panda-Anlage, die sowohl Innen- als auch Außengehege umfasst. Die Anlage wird über großzügige Bambusflächen, Wasserzonen und Rückzugsbereiche verfügen sowie eine umfangreiche Edukations- und Wissensvermittlung zur Tierart Großer Panda ihres Lebensraumes und dem entsprechenden Artenschutzprojekt integrieren. Die gesamten Baukosten für das Projekt werden vom Freistaat Bayern getragen. Zu den beteiligten Partnern zählen der Tierpark Hellabrunn, der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt München sowie die China Wildlife Conservation Association und das „China Conservation and Research Center for the Giant Panda“ in Chengdu. Der Spatenstich ist für das Jahr 2026 geplant, die Eröffnung der Panda-Anlage ist für Anfang 2028 vorgesehen. Hellabrunn wird für einen Zeitraum von zehn Jahren ein Paar Riesenpandas aus China aufnehmen. Das Zuchtpaar bleibt zunächst für zehn Jahre, wobei die Tiere Eigentum der Volksrepublik China bleiben. Ziel dieses besonderen Artenschutzprojekts ist es, eine langfristige und nachhaltige Zusammenarbeit beim Schutz der Riesenpandas zu erreichen.
Ein starkes Signal für „Artenschutz made in München und Bayern“
Der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder betonte bei der Bekanntgabe der Pläne: „München wird Panda City! Das ist eine einmalige Attraktion und ein Besuchermagnet: Bayern wird damit der achte Panda-Standort in der EU. Europaweit ist es sogar einmalig, dass es mit Berlin und nun auch München in einem Land zweimal Pandas gibt. Weltweit gibt es nur 19 Zoos mit 51 Pandas außerhalb Chinas. Pandas sind einfach knuffig. Habe mich ab der China-Reise 2024 nach Chengdu und Peking sehr für Pandas in Bayern eingesetzt. Toll, dass es klappt! Damit fördern wir den Artenschutz und den Fortbestand dieser bedrohten Tierart, bekommen einen absoluten Publikumsmagneten und stärken die Partnerschaft zwischen China und Bayern. Kooperation und Partnerschaft sind erfolgreicher als Konfrontation. Wir setzen auf offenen Dialog. Der heutige Tag ist nun der Höhepunkt der bayerisch-chinesischen Diplomatie. Wir ermöglichen als Freistaat die Errichtung einer Panda-Anlage in der Geozone Asien im Tierpark Hellabrunn. Bayern ist heute nicht nur weiß-blau, sondern auch schwarz-weiß."
Auch seitens der Landeshauptstadt München begeistert man sich für die neue Tierart. Aufsichtsratsvorsitzende und Bürgermeisterin Verena Dietl ergänzte: „Dieses Projekt stärkt die Position Münchens als internationale Metropole der Wissenschaft, Kultur und nachhaltigen Artenschutz. Es verbindet Bildung, ökologische Verantwortung und ein emotionales Naturerlebnis für unsere Bürgerinnen und Bürger sowie zahlreicher Gäste. Für die hervorragende Arbeit unseres Tierparks ist dies eine ganz besondere Auszeichnung. Es freut mich sehr, dass wir gemeinsam mit dem Freistaat Bayern und unseren chinesischen Partnern dieses herausragende Projekt nun auf den Weg bringen können und die umfangreichen Vorarbeiten der vergangenen Monate zum Erfolg geführt haben.
Hellabrunns Vorstand und Tierparkdirektor Dr. h.c. Rasem Baban ist begeistert über diese neue und wegweisende Perspektive des Tierparks: „Die neue Tieranlage für den Großen Panda ist ein Meilenstein für Hellabrunn. Sie steht für moderne Tierhaltung, Schutz der Biodiversität, wissenschaftliche Exzellenz und gelebte internationale Zusammenarbeit – ganz im Sinne unseres Masterplans. Unser großer, uneingeschränkter Dank gilt dem Freistaat Bayern und der Landeshauptstadt München für das entgegengebrachte Vertrauen und diese einmalige Chance, damit unseren Platz bei der Umsetzung globaler Artenschutzprojekte nachhaltig zu sichern!“
Die neue Panda-Anlage entsteht im östlichen Bereich des Tierparks und grenzt unmittelbar an die asiatische Dschungelwelt an. Eine Neustrukturierung dieses Zooareals ist bereits seit 2016 im Rahmen der Geozone Asien Teil des Hellabrunner Masterplans. Der bestehende Baumbestand wird in die neue Anlage weitestmöglich integriert, um eine naturnahe Umgebung für die Tiere zu schaffen und den Standort nachhaltig weiterzuentwickeln.
Die Anlage wird höchste Standards in moderner Tierhaltung erfüllen, orientiert sich naturnah an den Lebensräumen der Großen Pandas und ist für eine potenzielle Zucht ausgelegt. Die Betreuung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit chinesischen Fachleuten. Das Projekt unterstützt globale Erhaltungsmaßnahmen und vermittelt Wissen zu Biodiversität, Umweltverantwortung und Forschung. Bei der Planung und Realisierung der Tieranlage werden höchste Maßstäbe an eine energieeffiziente Bauweise, nachhaltige Materialien und an ein umfassendes Recyclingkonzept gelegt.
Weitere Informationen online
Der Münchner Tierpark hat zu diesem Neubauprojekt auf seiner Internetpräsenz eine separate Fragen-und-Antworten-Seite eingerichtet, die Sie unter www.hellabrunn.de/panda aufrufen können.



