Landschaftsbild Amerika

Wiederansiedlung des ausgestorbenen Hochlandkärpflings in Mexiko

Goslines Hochlandkärpfling ist ein kleiner, unscheinbarer Fisch, der endemisch im Mexikanischen Hochland im Bundesstaat Jalisco ist und dort nur im Rio Ameca vorkam. Seit 2004 ist er dort jedoch ausgestorben. 

Steckbrief zum Artenschutzprojekt Goslines Hochlandkärpfling

Die Ursachen für das Aussterben waren vielfältig. Gewässerverschmutzung, Wasserentnahme zur Bewässerung von Feldern und das Aussetzen invasiver Arten führten letztendlich zu seinem Verschwinden in der Natur. Bei einem einzigen Privathalter in Frankreich konnten noch einige Fische dieser Art gefunden werden, und mittlerweile züchtet auch der Tierpark Hellabrunn diese seltenen Hochlandkärpflinge erfolgreich nach.

In der Gemeinde Teuchitlan haben sich Kirchengemeinde, Landwirte und Schülervereinigungen zu den „Guardianes del Río“, den Beschützern des Flusses, zusammengeschlossen. Gemeinsam mit dem der Goodeid Working Group, einer internationalen Organisation zum Schutz von Hochlandkärpflingen, und dem Tierpark werden Maßnahmen zur Renaturierung des Flusssystems unternommen, mit dem Ziel Goslines Hochlandkärpfling wieder nach Mexiko zurückzubringen und in seinem ursprünglichen Lebensraum wiederanzusiedeln.

Dazu werden zum Beispiel Umweltbildungsprogramme aufgelegt, Müll und invasive Wasserpflanzen aus Gewässern beseitigt, gerodete Hänge wieder aufgeforstet, oder Wasserrückhaltedämme an trockenen Hängen errichtet, um langfristig Wasser für die im Tal gelegenen Quellen zu halten. Während in Mexiko an der Wiederherstellung des Lebensraums gearbeitet wird, züchtet der Tierpark Hellabrunn Hochlandkärpflinge nach und plant den Transport zurück nach Mexiko. 

 

Zufluss des Rio Ameca, potenzieller Wiederansiedlungsort für Goslines Hochlandkärpfling
Zufluss des Rio Ameca, potenzieller Wiederansiedlungsort für Goslines Hochlandkärpfling.