
Sie haben Fragen rund um die geplante Panda-Anlage im Hellabrunn?
Nachfolgend haben wir Ihnen die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Projekt zusammengestellt.
Die vollständige Pressemeldung finden Sie hier
Der Rettung des Großen Pandas ist eine der bekanntesten Erfolgsgeschichten im internationalen Naturschutz, die nur durch weltweite Zusammenarbeit von Zoos, Artenschutzorganisationen und Chinesischen Institutionen möglich wurde. Die Haltung von Großen Pandas im Tierpark Hellabrunn ist Teil eines internationalen Artenschutzprogramms in enger Kooperation mit dem „China Conservation and Research Center for the Giant Panda“ (CCRCGP) in Chengdu. Ziel ist die Unterstützung globaler Erhaltungsmaßnahmen sowie die Förderung von Umweltbildung, Forschung und Bewusstseinsbildung in Bayern und Europa.
Die Kosten für den Bau der Anlage werden vom Freistaat Bayern getragen. Es handelt sich um eine Investition in Artenschutz, Forschung, Bildung und internationale Zusammenarbeit. Die neue Anlage wird ein Aushängeschild moderner Tierhaltung, nachhaltiger Bauweise und Umweltbildung in Bayern. Sie soll langfristig auch touristische Impulse für München und die Region setzen.
Die Überführung erfolgt nach höchsten veterinärmedizinischen und tierschutzrechtlichen Standards. Es gibt seitens des „China Conservation and Research Center for the Giant Panda“ zudem eine jahrzehntelange Erfahrung im internationalen Transport von Pandas. Die Tiere werden durch erfahrene Tierärzte und Pfleger aus Chengdu begleitet, die auf den Transport vorbereitet sind. Der Transportweg und die Eingewöhnung werden so gestaltet, dass der Stress für die Tiere minimiert wird.
Die Panda-Anlage wird im östlichen Teil des Tierparks entstehen und etwa 5.000 Quadratmeter umfassen. Eine Neustrukturierung dieses Bereiches war schon im Hellabrunner Masterplan von 2016 so geplant. Sie soll großzügige Außen- und Innengehege, Bambus- und Wasserflächen, Rückzugsräume sowie Besucherzonen mit Informations- und Bildungsbereichen bieten. Der Baumbestand wird in die Außenanlagen größtmöglich integriert. Die Architektur orientiert sich an natürlichen Lebensräumen der Tiere und setzt auf Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und landschaftliche Integration.
Die Pandas werden in einer naturnahen Umgebung leben, die den Anforderungen der Art exakt entspricht. Das Hellabrunner Betreuungsteam wird gemeinsam mit chinesischen Experten geschult. Zudem werden regelmäßig tiermedizinische und verhaltensbiologische Kontrollen gemeinsam mit den Chinesischen Experten aus Chengdu durchgeführt.

Geplant ist die Haltung eines Paares Großer Pandas. Wie bei allen internationalen Panda-Haltungen bleiben die Tiere Eigentum der Volksrepublik China.
Der Artenschutzbeitrag wird für die Erhaltungszucht- und Schutzprogramme der bedrohten Großen Pandas in China verwendet.
Der Artenschutz ist Teil der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen. Investitionen in Biodiversität sind Investitionen in die Zukunft unseres Planeten.
Neben der Erhaltungszucht dienen die Haltung und Beobachtung der Pandas wissenschaftlicher Forschung im Bereich Tierverhalten, Ernährung und Fortpflanzungsbiologie. Zudem soll ein umfangreiches Bildungsprogramm entstehen, das Schülern und Besuchern Biodiversität, Artenschutz und ökologische Verantwortung in einem globalen Kontext näherbringt.
Hellabrunn arbeitet eng mit den chinesischen Partnern und anderen europäischen Zoos mit Panda-Erfahrung zusammen. Mitarbeitende werden in der Pandastation in Chengdu geschult, und erfahrene Betreuer aus China werden die Anfangsphase in München begleiten. Hellabrunn verfügt zudem über jahrzehntelange Erfahrung in der Haltung von Wildtieren unterschiedlichster Arten und besitzt die höchsten zoologischen und veterinärmedizinischen Standards, welche einer regelmäßigen Prüfung unterzogen werden.
Die Panda-Anlage wird im Bereich der jetzigen Lama/Alpaka- sowie Mantelpavian-Anlage entstehen. Eine Neustrukturierung dieses Bereiches war schon im Hellabrunner Masterplan von 2016 so geplant. Während Lamas und Alpakas innerhalb des Tierparks umziehen, werden die Paviane im Rahmen des Erhaltungszuchtprogramms für diese Art an andere Zoos abgegeben. Die Realisierung des Projekts erfolgt ebenfalls im Rahmen des seit 2016 bestehenden Masterplan als Teil der Geozone Asien und wird nun zeitlich vorgezogen.
Nachhaltigkeit ist ein zentrales Ziel, welches schon im Hellabrunner Masterplan genau definiert wurde: Die Bauweise setzt auf höchste Energieeffizienz, Einsatz nachhaltiger Baustoffe, ein umfassendes Recyclingkonzept und eine behutsame und nachhaltige Landschaftsgestaltung. Auch das Bambusfutter wird teilweise in Bayern angebaut, um Transportwege zu reduzieren.
Nach aktueller Planung soll der Spatenstich in diesem Jahr erfolgen, mit einer Gesamtrealisierungszeit von etwa zwei Jahren. Die Eröffnung der Panda-Anlage ist somit voraussichtlich für Anfang 2028 vorgesehen.
Das Projekt stärkt Münchens Profil als internationale Stadt der Wissenschaft, des Artenschutzes, der Bildung und der Kultur. Es wird erwartet, dass die Pandas zusätzliche Besucher anziehen, internationale Medienaufmerksamkeit erzeugen und die Rolle des Tierparks als Artenschutz-, Bildungs- und Forschungsstandort ausbauen.
Hellabrunn versteht sich als moderner Natur- und Artenschutzzoo. Tiere werden nicht zur Unterhaltung, sondern zur Bildung, Forschung und Arterhaltung gehalten. Die Haltung erfolgt nach strengsten Standards und dient dem Ziel, bedrohte Arten zu schützen und das Bewusstsein der Besucher für Naturschutz zu stärken.
Die Zucht ist Teil des langfristigen Erhaltungsprogramms und die zukünftige Anlage ist auch für die Nachzucht besonders ausgelegt. Sollte sich ein Zuchterfolg ergeben, wäre dies ein wichtiger Beitrag zum internationalen Artenschutz – die Nachkommen würden nach einer vereinbarten Zeit zurück nach China reisen.
Der Tierpark plant umfangreiche Informationsangebote wie z. B. Social-Media-Online-Formate und Transparenzberichte über Fortschritte im Bau und in der Zusammenarbeit mit den chinesischen Partnern.
Nach Ablauf der Vertragszeit werden die Tiere nach China zurückkehren. Diese Vorgehensweise ist bei allen Pandahaltungen weltweit gleich. Das gemeinsame Ziel bleibt aber eine Fortführung der Pandahaltung für ein Fortbestehen der wissenschaftlichen Zusammenarbeit.

Pandas ernähren sich zu 99 % von Bambus und verbringen täglich 10–16 Stunden mit Fressen. Dabei nehmen sie 10–40 kg Bambus zu sich. Da sie die Zellulose der Pflanzennahrung nicht verwerten können, benötigen sie verhältnismäßig große Futtermengen. In menschlicher Obhut bekommen sie zusätzlich Obst, Gemüse (z. B. Äpfel oder Karotten) sowie einen speziellen „Panda-Kuchen“, der alle nötigen Nährstoffe enthält.
Ein ausgewachsener Panda wird 120–150 cm lang und wiegt 70–160 kg. Er gehört zu den echten Großbären. Besonders auffällig ist sein verlängerter Handwurzelknochen, der wie ein „sechster Finger“ funktioniert und ihm beim Greifen von Bambus hilft. Der Panda hat eine sehr niedrige Stoffwechselrate, nur etwa ein Drittel im Vergleich zu anderen Bären – er ist also ein echter Energiesparer.
Pandas werden mit 5–7 Jahren geschlechtsreif. Die Paarungszeit liegt zwischen März und Mai, und das Weibchen ist nur etwa 3 Tage empfänglich. Im August kommen die Jungtiere zur Welt. Meist werden zwei Babys geboren, aber oft überlebt nur eines, da die Mutter nicht genügend Milch hat. Neugeborene Pandas sind mit ca. 100 g äußerst klein – das kleinste relative Geburtsgewicht aller höheren Säugetiere.
Große Pandas leben in den Bergwäldern Südwestchinas, insbesondere in der Provinz Sichuan, aber auch in Shaanxi und Gansu. Sie bevorzugen Höhen von 1.500–3.000 Metern, wo dichter Bambus wächst. Aktuell gibt es etwa 2.000 Tiere in freier Wildbahn und rund 650 in menschlicher Obhut (Stand 11/2025). Seit 2016 gilt der Große Panda laut IUCN (Rote Liste) als „gefährdet“.
Der Lebensalltag eines Pandas besteht hauptsächlich aus Fressen und Ruhen. Sie verbringen 10–16 Stunden täglich mit Bambusfressen und schlafen zusätzlich etwa 2–4 Stunden. Auch das Klettern in Bäumen gehört zu ihrem Verhalten. Durch ihren sparsamen Energiehaushalt leben sie überwiegend ruhig und zurückgezogen.
Natürliche Feinde des Große Pandas sind Großkatzen (Leopard, Tiger), große Greifvögel und Marderartige, die jedoch hauptsächlich für die Jungtiere eine Bedrohung darstellen. Die größte Gefahr für den Großen Panda ist jedoch der Mensch, insbesondere durch die Zerstörung und Zerschneidung des Lebensraums. Wilderei war in der Vergangenheit ein großes Problem, konnte aber durch intensive Schutzmaßnahmen bekämpft werden.
