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Der Masterplan für den „Geozoo der Biodiversität“

Der Tierpark Hellabrunn wurde 1911 gegründet und ist seit 1928 der erste Geozoo der Welt. In einem detaillierten Masterplan - basierend auf dem Ziel- und Entwicklungsplan (ZEP) von 2011 - werden Visionen entwickelt und realistische Ziele formuliert. Der Weg des Tierparks Hellabrunn zum „Geozoo der Biodiversität“ wurde damit festgelegt.

Vertreter aus allen Bereichen des Tierparks haben innerhalb von elf Monaten mit externer Unterstützung durch Fachplaner einen Masterplan für die kommenden zwei Jahrzehnte aufgestellt. Dabei wurde ein jährliches Investitionsvolumen von durchschnittlich rund 5 Millionen Euro definiert.

Der Masterplan besteht aus klar fixierten Einzelprojekten (Modulen), die alle die folgenden Aspekte erfüllen:

  • Optimierung bestehender Tieranlagen
  • Verbesserung der Haltungsbedingungen 
  • Erfüllung der Vorgaben aus dem aktuellen Säugetiergutachten 2014, dem novellierten Tierschutzgesetz und den nationalen/internationalen Wildtierhaltungsrichtlinien 
  • Einhaltung der neuesten WAZA/EAZA-Standards 
  • Anpassung an fortgeschriebene gesetzliche Arbeitsschutzrichtlinien
  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Hellabrunn-Mitarbeiter
  • Konsequente Umsetzung des Geozoo-Prinzips
  • Umsetzung von Umwelt- und Energieeinsparrichtlinien sowie Nachhaltigkeitsprinzipien
  • Berücksichtigung von weiter gestiegenen Besucherinteressen
  • Implementierung von Inhalten zu den Kernthemen Artenschutz, Naturschutz, Umweltschutz und Erhalt der Biodiversität

Wie Kurzurlaub: Ein Tag in Hellabrunn soll entspannt, unterhaltsam und lehrreich sein.

Ein Masterplan muss Visionen und realistische Zielvorstellungen in Einklang bringen. Dazu zählen eine umfassende Grundlagenermittlung und eine Analyse der Ist-Situation – bereits ermittelt für den Ziel und Entwicklungsplan (ZEP) – sowie eine zukünftige Bedarfsermittlung und eine nachvollziehbare Vision. Die „Wiederherstellung und Schärfung des Geozoo-Prinzips“ wurde durch eine klare Rundwegeführung nochmals optimiert.

Die Kontinentsbereiche und Gehege-Abschnitte werden in konkrete Einzelmodule zerlegt und gemäß dem Geozoo-Prinzip angeordnet. Die Besucherwege orientieren sich einerseits an denkmalschutz-relevanten, historischen Wegeachsen und dem schützenswerten Altbaumbestand und andererseits an der Kernforderung, ein sinnhaftes Rundwegeprinzip durchzusetzen. Historische Wasserflächen und Grünanlagen-Bereiche werden weitestgehend erhalten und deutlicher herausgestellt. Der Masterplan berücksichtigt aber auch so verschiedene Gesichtspunkte und Anforderungen wie Besucherbedürfnisse, ein tragfähiges Edukationskonzept, artgerechte Tierpräsentationen oder Spielplätze und Beschilderungssysteme.

Ein Besuch in Hellabrunn soll eine spannende, interaktive, unterhaltsame und zugleich nachhaltige Reise durch die Kontinente sein. Tiere sind dabei die Botschafter ihrer vom Aussterben bedrohten Artgenossen. In Tieranlagen, die naturnah dem Herkunftsland der Tiere nachgebildet sind, wird den unterschiedlichsten Altersgruppen von Besuchern ein entsprechend aufbereitetes Wissen über exotische und heimische Tiere nach neuesten edukativen Methoden vermittelt.