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Besuch der Przewalski-Pferde im Bayerischen Wald

Am 23. April 2016 unternahm der Förderkreis des Tierparks Hellabrunn seine erste Exkursion in diesem Jahr. Es ging nach Falkenstein im Nationalpark Bayrischer Wald. Hellabrunn hat seit vielen Jahren eine enge Verbindung zum Nationalpark. Beide Einrichtungen beteiligen sich stark an der Erhaltungszucht der Przewalski-Pferde. Im Tierpark werden diese einzigartigen Tiere zwischen Eisbär, Giraffe und Co. leider oft übersehen. Das besondere an den heutigen Przewalski-Pferden ist, dass sie die letzten echten Urwildpferde sind. Sie galten bereits als ausgestorben, bis Ende des 19. Jahrhunderts einige Tiere wiederentdeckt wurden. Um eine Ausrottung der Wildpferde zu verhindern gelangten einige Tiere in Zoos. Durch intensive Erhaltungszuchtmaßnahmen konnte aus dieser kleinen Gruppe der heutige Bestand wieder auf ca. 2000 Pferde weltweit erhöht werden. So stammt die aktuelle Przewalski-Herde im Tier-Freigelände Nationalparkzentrum Falkenstein ursprünglich aus dem Tierpark Hellabrunn und dem Tiergarten Nürnberg. Aus dieser Zuchtgruppe sind seit 2005 insgesamt 14 Fohlen hervorgegangen. Allerdings sind die damals in weiten Teilen Europas und Mittelasiens heimischen Tiere weiterhin auf der roten Liste der bedrohten Tierarten (IUCN 2015).  Deshalb wird sich der Tierpark Hellabrunn auch zukünftig an der Erhaltungszucht der Przewalski-Pferde beteiligen.

Morgens um 9 Uhr startete der Bus in Hellabrunn. Knapp 2,5 Stunden später nahmen uns Frau Dr. Gohl (Leitende Tierärztin in Hellabrunn), Herr Kiener (Leiter der Besucherinformation) und Herr Gaisbauer (stellvertretender Leiter der Nationalparkwacht) in Falkenstein in Empfang. Im Haus der Wildnis konnten wir uns mit einem 3-D Film einen ersten Eindruck darüber machen, was für eine sagenhafte Naturlandschaft uns erwartete. Dann ging es los zu einem Spaziergang zu den Wildtiergehegen. Gleich beim ersten Gehege konnten wir einen Wolf sehen, obwohl an dem Tag keine Fütterung stattfand. Danach ging es weiter zur Anlage der Przewalski-Pferde und der Auerochsen. Die Pferde auf diesem großen Areal zu sehen, ihr Verhalten in der Herde zu erleben, hinterließ bei allen einen besonderen Eindruck. Darüber hinaus war es aber auch ein besonderes Highlight, dass Frau Dr. Gohl ihr weitreichendes Wissen zu diesen Tierarten mit uns teilte. Wir erhielten eine Idee von der vielen Arbeit und weitreichenden Planung, die allein hinter dieser einen Herde stehen.  An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an sie!

Im nahegelegenen Nachbau der Steinzeithöhle Grotte Chauvet (Ardèchtal in Südfrankreich) konnten wir die Neueröffnung des umgestalteten Eingangsbereichs und die Premiere des neuen Naturfilms erleben, der mit spektakulären Naturaufnahmen alle in seinen Bann zog. Anschließend ging es im Urwaldgebiet Mittelsteighütte in den Buchenwald, der in frischem jungem Grün leuchtete. Herr Kiener und Herr Gaisbauer erklärten die Besonderheiten des Nationalparks. Da hier der Mensch nicht eingreift, sondern ein Baum, wenn er abstirbt, verrotten darf, bietet er auch wieder Lebensraum für andere Arten, ob Pilz oder Käfer. Dadurch sind im Laufe der Jahre wieder viele Arten heimisch geworden, worauf man zu recht sehr stolz ist. Es wurde von Herrn Kiener und Herrn Gaisbauer sehr anschaulich dargestellt: Die einzigartige Biodiversität im Nationalpark ist der Philosophie „Natur Natur sein lassen“ zu verdanken.

Auch an die beiden Herren unseren herzlichen Dank, die sich neben den hochinteressanten Führungen auch darum gekümmert haben, dass unsere Gruppe sowohl fürs Mittagessen als auch noch für einen  Kaffee vor der Heimfahrt ein Plätzchen fand.