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Nashörner – tonnenschwere Pflanzenfresser in Gefahr

Im Oligozän, ca. 34 bis 23 Millionen Jahre v. Chr., folgten weitere europäische und asiatische Nashornlinien, teils mit rüsselartigen Schnauzen, teils flusspferdartig mit kurzen Beinen.  In Nordamerika entwickelten sich gleichzeitig die ersten Tiere mit Horn, das paarweise auf der Nase saß. Es reihte sich das Miozän, ca. 23 bis 5 Millionen Jahre v. Chr., an, in dem sich viele, je nach Umweltbedingung spezialisierte Arten (erstmals auch moderne Nashornformen) herausbildeten, nun gleichermaßen auf afrikanischem Boden.  Gegen Ende dieses Zeitalters überkam die Nashorn-Familie aufgrund klimatischer Veränderungen eine regelrechte Aussterbewelle, die die Population in Nordamerika vollends auslöschte. Schließlich bildeten sich im Plio- und Pleistozän, das rund 9.700 v.Chr. endete, unter anderem die noch heute existenten Arten heraus. In diesem Zeitalter lebten außerdem das Wollnashorn sowie Formen des Wald- und Steppennashorns. Wie bereits im Miozän starben auch im Pleistozän zahlreiche Arten aus. Alle im nördlichen Eurasien lebenden Nashornlinien verschwanden mit der letzten Eiszeit. Lediglich die Arten, die es bis heute noch gibt, überlebten.

Aktuell gibt es noch fünf Arten von Nashörnern auf unserem Planeten: Die Breitmaul- sowie Spitzmaulnashörner, die in Afrika heimisch sind, und die Sumatra-, Java- und Panzernashörner in Asien. Bis auf die beiden Letztgenannten tragen alle Arten zwei hintereinander angeordnete Hörner auf ihrer Nase. Ausgewachsene Nashörner haben keine natürlichen Feinde – außer den Menschen, der es zu verantworten hat, dass die Familie der Nashörner vom Aussterben bedroht ist. Aufgrund von Wilderei, insbesondere wegen der angeblich heilenden Kräfte des Horns in der traditionellen chinesischen Medizin, Jagd und der Zerstörung von Lebensraum ist ihre Zahl stark dezimiert worden: Vom Spitzmaulnashorn leben noch rund 5.000 Tiere in freier Wildbahn, vom Breitmaulnashorn 20.000. Das Sumatra-Nashorn weist nur noch etwa 25 wild lebende Exemplare auf und auch für die Java-Nashörner ist die Faktenlage dramatisch: In Vietnam sind sie bereits ausgerottet (im Jahr 2011 offiziell bestätigt). Sie leben nun nur noch auf der indonesischen Insel Java in einem Nationalpark. Die Zahl von Panzernashörnern, zu denen Rapti, Niko und ihr Jungtier zählen, beläuft sich auf lediglich rund 2.800 Exemplare in freier Wildbahn. Und die Gefahr ist noch lange nicht gebannt – allein 2013 fielen in Südafrika 1004 Spitzmaul- und Breitmaulnashörner der Wilderei zum Opfer. Es wird eng für diese mächtigen Tiere aus der Urzeit.