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Puri und eine seiner engsten Vertrauten: die Leitende Zootierärztin Frau Dr. Gohl

Copyright: Tierpark Hellabrunn / Susanne Bihler

Tierarzt ist gleich Tierarzt? Von wegen! Während der klassische Pferdetierarzt herbeieilt, wenn Royal Flash IV vorne rechts lahmt, und dieser dann auch zu genau dem Zeitpunkt für die Untersuchung bereitzustehen hat, sieht der Alltag für Zootierärzte anders aus. Hier steht das „Bestandsmonitoring“ zur Gesunderhaltung des Tierbestands im Vordergrund. Das bedeutet, jedes der Zootiere wird regelmäßig durch die Tierärzte kontrolliert (das A und O für Zootierärzte) und sein Wohlergehen überprüft – das kann, wie bei Puri, anfangs mehrmals täglich geschehen oder, wie bei anderen „tierischen Hellabrunnern“, nur ein paar Mal im Jahr notwendig sein. Die Zootierärzte begleiten ein Tier ab dem Zeitpunkt der Geburt und garantieren eine tiermedizinische Rundumbetreuung.

Bei Puri überwachen Frau Dr. Gohl und ihr Team kontinuierlich seinen Gesamtzustand und untersuchen regelmäßig z.B. Urin- und Kotproben, die Milchaufnahme, die Schleimhäute sowie seine Körpertemperatur und hören ihn, sofern er lange genug stillsteht, mit dem Stethoskop ab. Hier unterscheidet sich aber die Arbeit mit dem Wildtier deutlich von der mit dem Haustier: Bei vielen Zootieren ist ein direkter Kontakt nicht möglich. Häufig ist für weiterführende Untersuchungen oder tiermedizinische Eingriffe am Tier eine Sedierung oder Narkose notwendig. In Puris Fall erfolgen die Untersuchungen im Rahmen des bereits von den Pflegern spielerisch begonnenen medizinischen Trainings (sogenanntes „medical training“) und sind auch maßgeblich von der Kooperationsbereitschaft des Muttertiers abhängig. Mit Rapti hat Puri hier das beste Vorbild: Die Nashornkuh ist überaus vertrauensvoll im Umgang mit Menschen. Unter Zuhilfenahme von positiven Verstärkungen in Form von Belohnungen lernen Jungtiere so nach und nach, wichtige Behandlungsabläufe, wie z.B. eine Untersuchung oder eine Blutabnahme, zu tolerieren. Puri wird beispielsweise gerade an die Waage gewöhnt. Tierpfleger und Tierärzte sind ein vertrautes und gut eingespieltes Team, durch das die Tiere in Hellabrunn intensiv und fachkompetent betreut werden.

Puris derzeitiger Gesundheitszustand ist übrigens mehr als zufriedenstellend: Der kleine Bulle entwickelt sich prächtig. Er wiegt aktuell ca. 180 Kilogramm und hat in den letzten Wochen schätzungsweise 1-2 Kilogramm pro Tag zugelegt.  Nach wie vor wird er von seiner Mutter gesäugt – und beginnt erst langsam, sich für andere Futtermittel zu interessieren.