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Kuriositäten aus der Welt der Panzernashörner

Die Schönheit einer Nashorndame, das saftige Orange einer Karotte, die bunten Farben des Herbstlaubs – all das kann Puri, wie auch jedes andere Panzernashorn, nur mäßig mit seinen großen Kulleraugen wahrnehmen. Denn Panzernashörner verfügen über ein schlechtes Sehvermögen, was hin und wieder dazu führt, dass unerwartete Objekte plötzlich attackiert werden. Ihre Nasen sowie ihr Gehör sind hingegen umso besser ausgebildet und leisten ihnen stets wertvolle Dienste.

Während ihr ausgestorbener Vorfahre, das Wollnashorn, einen dicken Pelz besaß, kann man die Haare am Körper eines Panzernashorns beinahe an einer Hand abzählen: Nur an den Ohren, der Schwanzspitze und an den Wimpern der Augen sind welche zu finden.

Wenn man Rapti, Puri und Niko etwas genauer beim Fressen zusieht, bemerkt man eine weitere Besonderheit dieser mächtigen Tiere: Die sehr bewegliche, spitz zulaufende Oberlippe, die bei allen asiatischen Nashörnern kennzeichnend ist. Mit ihr sind diese riesigen Vegetarier überaus geschickt und kein Halm oder Blatt entgeht ihnen.

Besonders auffällig und namensgebend bei den Panzernashörnern ist ihre aus Panzerplatten bestehende Körperoberfläche. Sie wird von einer zwei bis fünf Zentimeter dicken Fettschicht unterwandert und schützt vor mechanischen Einflüssen jeglicher Art sowie intensiver Sonneneinstrahlung. Am Großteil des Körpers kann die Haut bis zu vier Zentimeter dick werden, ist von münzengroßen „Knubbeln“ übersäht und überwiegend grau-braun gefärbt. Nur bei den Falten, am Bauch und am Kopf zeigt sie sich von ihrer dünneren und seidigeren Seite. Bei den Falten kommt bei bestimmten Bewegungen eine leuchtend rosafarbene Pigmentierung zum Vorschein.

Und schließlich eine kleine Anekdote aus früherer Zeit: Jahrhundertelang nannte man Einhörner in einem Atemzug mit dem Nashorn. Es galt als Fabelwesen, da kaum ein Europäer je ein lebendiges Exemplar zu Gesicht bekommen hatte. Dies änderte sich erst Mitte des 18. Jahrhunderts, als die junge Panzernashorn-Dame Clara von Indien nach Europa verschifft wurde und dort die Vorstellungen der Menschen über dieses majestätische Tier nachhaltig revolutionierte.