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Die Heimat der Panzernashörner

Hirschziegenantilope, Copyright: Tierpark Hellabrunn/Timo Aust

Das historische Verbreitungsgebiet des Panzernashorns zog sich wie ein breites Band über den Norden des indischen Subkontinents – von Pakistan über Nordindien, Nepal, Bangladesch, Bhutan bis kurz vor Burma. Sogar an der pakistanischen Grenze zu Afghanistan lebten einige Exemplare. Durch Zerstörung, Besiedlung und landwirtschaftliche Nutzung ihres ursprünglich weitläufigen Lebensraums wurde die in den letzten Jahrhunderten stark dezimierte Population auf kleine Gebiete in Ostindien und das Tieflandgebiet Nepals zurückgedrängt. Noch ca. 2.800 Tiere leben in freier Wildbahn. Rund 70 Prozent von ihnen sind im ostindischen Kaziranga-Nationalpark beheimatet. Auch die restlichen Panzernashörner verteilen sich auf wenige indische sowie nepalesische Wildreservate und Nationalparks, unter derer Obhut ihr Bestand sich erholt. Besonders in Nepal werden Erfolge verzeichnet: In den letzten drei Jahren fiel kein Tier mehr der Wilderei zum Opfer. Das Land beherbergt in etwa 645 Tiere, der überwiegende Teil davon lebt im Chitwan-Nationalpark, wo auch Rapti ihre Wurzeln hat.

Das bevorzugte Terrain des Panzernashorns sind  flussnahe Gras- und Sumpfgebiete mit guten Deckungsmöglichkeiten, aber auch offene Weidelandschaften und Waldgebiete in den Tropen. Das vom Monsun geprägte Klima ist in den Verbreitungsgebieten der Panzernashörner sehr heiß mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von rund 25 Grad, der Winter zeigt sich von seiner milden und trockenen Seite.

Nilgauantilope, Copyright: Tierpark Hellabrunn/Timo Aust

Sein Territorium teilt sich das Panzernashorn mit beispielsweise folgenden Tierarten, welche auch hier im Tierpark Hellabrunn anzutreffen sind: den Axishirschen, den Nilgauantilopen, den Hirschziegenantilopen und dem Asiatischen Elefanten, von dessen Nachbarschaft das Panzernashorn in freier Wildbahn besonders profitiert. So schaffen diese tonnenschweren Dickhäuter aufgrund ihrer Lebensweise freie, offene Flächen, gerade auch in Waldfronten, wo sich dann auch Panzernashörner ansiedeln. Eine ähnlich positive Symbiose besteht auch mit den Wasserbüffeln, den Gauren und den Wildrindern. Besonders beliebt bei Panzernashörnern sind Kuhreiher, Hirtenstare und Königsdrongos, die ihnen lästige Parasiten vom Rücken picken. Natürliche Feinde hat das adulte Panzernashorn nicht, allerdings sind die Jungtiere bei Unaufmerksamkeit der Mutter eine beliebte Beute für Tiger. Wie gut, dass Puri in Hellabrunn nicht zwischen die Pranken seiner gegenüberlebenden Nachbarn, den beiden Sibirischen Tigern Jegor und Ahimsa, geraten kann!

Asiatischer Elefant Ludwig mit Mutter Temi, Copyright: Tierpark Hellabrunn/Marc Müller
Axishirsch, Copyright: Tierpark Hellabrunn