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Die ersten 48 Stunden in der abenteuerlichen Welt da draußen

Am 31. August um 09:01 Uhr gab es allen Grund zur Freude im Tierpark Hellabrunn: Das Panzernashorn Rapti gebar einen kleinen Bullen, der schätzungsweise 60 Kilogramm auf die Waage bringt.

Der kleine Bulle kündigte sich bereits in der Nacht zum 31. August an und bescherte seiner Mutter eine schlaflose Nacht. Gegen 3 Uhr morgens wurde die 26-jährige Nashorndame sehr unruhig und signalisierte ihrer Nachtwache, einer Tierpflegerin, dass es wohl nicht mehr allzu lange dauern wird. Um kurz nach halb 7 platzte die Fruchtblase und nach zweieinhalb Stunden, um kurz vor 9 Uhr, lugten zwei kleine Füßchen hervor. Punkt 9:01 Uhr brachte Rapti schließlich ein gesundes, schätzungsweise 60 Kilogramm schweres Nashornjunges zur Welt, das um 11:41 Uhr das erste Mal bei den Zitzen seiner Mama den Hunger stillte. Anfangs trinkt ein Nashornbaby in etwa alle 30 bis 45 Minuten und nimmt so in den ersten drei Monaten die unglaubliche Menge von rund 35 Liter Milch am Tag zu sich – und wächst dementsprechend schnell.

Die Geburt des neuen Besucherlieblings in Hellabrunn verlief also völlig reibungslos, sodass die Tierärzte zu keinem Zeitpunkt, weder während der Geburt noch danach, eingreifen musste und sich ihre Aufgabe lediglich auf die Desinfektion des Nabels beschränkte.

Rapti ist eine überaus sanftmütige, liebevolle und zärtliche Mutter, die ihren Kleinen vorbildlich umsorgt. Sie säugt ihn sowohl in stehender als auch liegender Position, hier mit gehobenem Bein, damit er leichter den Euter erreichen kann. Das war aber nicht gleich von Beginn an so einfach, wie man meinen könnte – das Jungtier war anfangs etwas überfordert und musste enttäuscht feststellen, dass auch eine noch so große Hautfalte, trotz ihrer vermeintlich verblüffenden Ähnlichkeit, nicht unbedingt als Zitze dient. Der Tagesablauf des kleinen Panzernashorns besteht aus vielen Kuscheleinheiten mit der Mama, häufigem Trinken und schlafen – aber da das alleine zu langweilig wäre, entdeckt der neue Erdenbürger vor allem sich selbst und seine Umgebung. Er läuft und hüpft fidel umher und lutscht an allem, was ihm vor die Schnauze kommt (zum Beispiel an den Zehennägeln der Mutter). Seinen Papa Niko hat er noch nicht kennengelernt – dass dessen romantischer Familiensinn nicht sonderlich ausgeprägt ist, ist jedoch völlig normal. Auch in freier Wildbahn verabschiedet sich der Bulle kurz nach dem Deckakt.

 

Auf sein Horn muss der Nachwuchs übrigens wohl noch etwas warten – nur eine kleine Wölbung deutet bisher darauf hin, aber das wird sich bald ändern: Ungefähr einen Zentimeter wächst das Horn monatlich im ersten Jahr.

 

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